Die gestiegenen Spritpreise belasten den vollversorgenden pharmazeutischen Großhandel immer stärker – trotz Tankrabatt. Anlässlich seines Parlamentarischen Abends stellt der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO) Berechnungen vor, wonach durch gestiegene Spritpreise bis Jahresende Mehrkosten in Höhe von 28 Millionen Euro zu erwarten sind. Im Sommer war der PHAGRO noch von 19 Millionen Euro Mehrkosten bis Jahresende ausgegangen, seitdem sind die Dieselpreise weit stärker gestiegen als prognostiziert. Die PHAGRO-Geschäftsführer Michael Dammann und Thomas Porstner fordern von der Politik, auf gestiegene Kosten mit einer Reform der Großhandelsvergütung zu reagieren.
Der vollversorgende Pharmagroßhandel versorgt sämtliche Apotheken – auch dort, wo einzelne Touren betriebswirtschaftlich nicht mehr attraktiv sind. Dies war bisher schon so, wird durch die hohen Dieselpreise jedoch immer mehr zu einem Minusgeschäft. Die erwarteten 28 Millionen Euro Mehrkosten entsprechen rund einer halben Million Euro pro Woche. Bezugspunkt der Berechnung sind die Spritpreise vor dem 28. Februar 2026, dem Beginn des Irankriegs, ab dem die Preise deutlich anzogen. Seitdem sind die Spritkosten des Pharmagroßhandels bereits um 14 Millionen Euro gestiegen. Der Tankrabatt reduziert die Kosten lediglich um 4,5 Millionen Euro und federt somit nur rund ein Sechstel der erwarteten Mehrbelastung ab. Dagegen bleiben 23,5 Millionen Euro Zusatzbelastung beim Großhandel hängen.
Schon heute deckt die gesetzliche Großhandelsvergütung bei 65 Prozent aller verschreibungspflichtigen Packungen nicht die Kosten. Steigen die Kosten für Kraftstoff, Personal, Strom und die Vorfinanzierung weiter, kann ein derart starres Vergütungssystem diese Belastungen immer weniger ausgleichen. „Deshalb fordern wir eine Erhöhung des Festzuschlags, die den Namen verdient. Mindestens 30 Cent pro Packung müssten es sein, um wieder kostendeckend arbeiten zu können“, so Thomas Porstner und Michael Dammann.

Neben der Vergütung stehen beim Parlamentarischen Abend weitere Themen auf der Agenda: gleiche und kontrollierte Sicherheitsstandards beim Arzneimittelversand auch für Versender aus dem EU-Ausland, konkrete Vorschläge zum Bürokratieabbau sowie die frühzeitige Einbindung des Großhandels in die staatliche Krisenvorsorge, insbesondere bei der Vorbereitung des Gesundheitssicherstellungsgesetzes. Die geschäftsführenden PHAGRO-Vorstände Marcus Freitag und Kerem Inanc eröffnen den Abend, gefolgt von einer Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Gesundheit, Dr. Georg Kippels (CDU).