17.04.2026

„KI kann helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Aber sie wird den Menschen nicht ersetzen.“
„Ich arbeite mit Daten und ermögliche, dass bestmögliche Entscheidungen faktenbasiert getroffen werden.“ So präsentiert Björn Boysen seinen Beruf. Klingt trocken – ist aber ungemein wichtig für seinen Arbeitgeber, ein Unternehmen des vollversorgenden Pharmagroßhandels. Denn Björn Boysen und sein Team liefern die Datenbasis, auf der Preiskalkulationen, Bedarfsanalysen und viele weitere Geschäftsprozesse erst möglich werden.
Wie das konkret aussieht? Björn Boysen greift zu einem Bild aus der Kindheit: „Im Endeffekt kann man das Ganze mit einer riesigen Box Legosteine vergleichen. Man hat all diese Steine, das sind die Daten. Und dann kommt jemand und fragt: Können wir daraus eine Ritterburg bauen?“ Diese Ritterburg zu bauen, also die Datenpunkte so zu organisieren, dass daraus etwas Verwertbares für das operative Geschäft wird, ist sein Beruf. Sein Team bereitet Daten auf, erstellt Dashboards, analysiert Entwicklungen. „Früher hatte man einen Ordner mit 1.000 Blättern, um sich auf ein Gespräch mit einem Lieferanten vorzubereiten“, sagt Boysen. „Jetzt gibt es zwei Dashboards, auf denen ich alles finde.“
Zur Analytik kam Björn Boysen über Umwege. Ursprünglich studierte er Ingenieurwesen für Biotechnologie, schrieb eine Doktorarbeit und war lange in der Forschung tätig. „Die Forschung war aber nicht das, worin ich mich wiedergefunden habe. Allerdings habe ich schon immer gern mit Daten und mit Menschen zusammengearbeitet, um Lösungen zu finden.“ Was ihn an der Forschung faszinierte, „der Natur die Geheimnisse zu entlocken“, überträgt Boysen heute auf Geschäftsprozesse. „Man muss Lust haben aufs Spielerische, und man muss auch Lust haben, so ein bisschen Detektiv zu sein.“
Nach einer Station in einer Unternehmensberatung kam er in den Pharmagroßhandel – und blieb. Mittlerweile schon seit sechs Jahren. „Ich habe auch heute noch jede Woche mindestens eine Sache, bei der ich sage: Ach, das ist ja ein Aspekt, den kannte ich noch nicht“, sagt er. „Der Pharmagroßhandel ist eben komplex. Man bekommt viel mit und lernt ständig dazu.“
Und wie steht es insgesamt um die Digitalisierung im Pharmagroßhandel? Die ist laut Boysen weit fortgeschritten. Das entspreche auch dem hohen Kundenanspruch: „Die wollen schnell eine Rückmeldung.“ Gleichzeitig steht die Branche durch steigende Kosten und sinkende Margen unter einem enormen Druck. Und genau das mache sie spannend: „Wir sind stetig darauf angewiesen, uns zu optimieren.“
Hier kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel. Mittels KI können Prognosen etwa für Bedarfe oder nötigen Personaleinsatz besser vorhergesagt und damit Ressourcen optimal gesteuert werden. Trotz der Zukunftsrelevanz von KI, betont Björn Boysen, sollte man aber nicht aus dem Auge verlieren, dass auch die klassische Datenanalytik weiterhin „extreme Potenziale“ hat. „KI kann helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Aber sie wird den Menschen nicht ersetzen“, sagt Boysen.
Was ihn antreibt? Der Blick ins Vertriebszentrum, zum Beispiel. Wenn er sieht, was dort täglich geleistet wird, ist er jedes Mal wieder beeindruckt: Bestellungen, die innerhalb kürzester Zeit rausgehen, damit jemand sein Antibiotikum oft noch am selben Tag in der Apotheke abholen kann. Von politischer Seite wünscht sich Björn Boysen dafür mehr Anerkennung: „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Leistung des Pharmagroßhandels dort nicht gesehen wird.“
Mehr zu #WirLiefernGesundheit und den vielfältigen Aufgaben im Pharmagroßhandel erfahren Sie hier.